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Aristaios hatte ein recht bewegtes Leben und wo er sich zeitweise niederließ, hinterließ er die Kunde vom Ölbaum. Auch als Heiler wirkte
Aristaios, denn nachdem er vom Tod seines Sohnes Aktaion erfahren hatte, begab er sich nach der Insel Ceon (Ceam, Keos), wo er die Pest
bekämpfte. Später landete er in Sardinien, Sizilien und auf anderen Inseln, wo er den Menschen Kultur brachte, daher wird er auch
Kulturbringer genannt.
Danach fuhr Aristaios nach Thrakien, wo er den Sänger Orpheus traf. Neben all seinen Wohltaten steht, dass Aristaios versucht hatte, der
Eurydike Gewalt anzutun, weswegen diese geliebte Gattin des Orpheus den Tod fand. Darüber erzürnt ließen die Nymphen alle Bienen und alles
Vieh des Aristaios umkommen. Der aber wandte sich an seine Mutter Kyrene, die ihm verriet, dass er durch Opferung von vier Stieren und
vier Färsen am Grabe Eurydikes die Nymphen versöhnen könne und wieder Bienen erlange.
Aristaios und die Bugonie
Bugonie bezeichnet die in der Antike und im Mittelalter verbreitete sagenhafte Vorstellung, dass aus dem verwesenden Körper eines toten
Stieres ein Bienenvolk und auch andere Insekten von selbst entstehen würden. Obwohl die moderne Biologie und die Vertreter der Imkerei
dies als
nicht möglich erachten, ist die Bugonie, die wohl aus Persien stammte und
über
Ägypten Einzug in die Welt der klassischen Antike hielt, offenbar praktiziert wor-
den. Vom Ende des Aristaios ist überliefert, er sei irgendwann ohne Anlass ver-
schwunden. Es heißt, er habe sich in eine Höhle gestürzt, damit die Leute glau-
ben sollten, er sei in die Göttlichkeit entrückt.
Bibliografie:
Virgil, Vougonia
Die Epyllion von Aristaeus (Agricultural VI 281-558)
Übersetzung: Vasilis A. Fyntikoglou
Meli Malisiova
Imkerei | Landwirtschaft
