
|
Der Tsipouro kam wahrscheinlich von den Mönchen des heiligen Bergs Athos, wo er ab dem 14. Jahrhundert hergestellt wurde. Das alkoholische
Getränk ist insbesondere in Nordgriechenland beliebt. Bis ins 20ste Jahrhundert hinein wurde Tsipouro ausschließlich in Hausbrennereien produziert. Und
auch heute noch wird er oft –vor allem auf dem Land- in der eigenen Küche «gebrannt». Er gilt daher auch als «selbstgebrannter Bauernschnaps».
Rund ums Mittelmeer gibt es diese "farblose" Spirituose unter den Namen: Raki, Arak, Grappa. Er wird aus den Nebenprodukten der Weinherstellung gewonnen, da
der Mensch immer darauf aus war, aus den vorhandenen Reben - neben dem Wein - eine möglichst hohe Ausbeute zu gewinnen.
Der griechische Grappa ist sehr beliebt. Es gibt sogar eigene Lokale, die auf den Ausschank von Tsipouro spezialisiert sind, die Tsipouradika.
Dort genießt man das hochprozentige Getränk (lockere 35-45%) in Verbindung mit einer Auswahl von kleinen Appetithappen – Mezedes genannt.
Tsipouro wird aus den Pressrückständen verschiedener weißer Rebsorten
wie Roditis, Athiri und Assyrtiko zweimal (zuweilen dreimal) destilliert.
Nach der ersten Destillation wird er manchmal mit Anis aromatisiert.
Wichtige Produktionsstätte ist das Gebiet um Tyrnavos sowie das
gesamte Thessalien.
Ein Getränk, das ähnlich wie Rakí oder Tsipouro destilliert ist, jedoch
statt Anis mit Mastix, einem Baumharz, aromatisiert wird, wird als
Mastika verkauft – z. B. auf der Insel Chios.
Fehlt der Wein, brennt man den Schnaps einfach aus Feigen.
Meli Malisiova
Imkerei | Landwirtschaft
