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Honigbienen sind Insekten, die sich zwar domestizieren aber nicht zähmen lassen. Eine erfolgreiche Haltung erfordert,
den »Bien« zu verstehen.
Der Bien ist ein historisch gewachsener Begriff für den Superorganismus des Bienenvolkes, in dem Honigbienen in Gemeinschaft
leben. Diese Gemeinschaft hat Fähigkeiten entwickelt, die die einzelne Biene nicht beherrscht. Ein Beispiel: Obwohl sie als
Insekten Kaltblüter sind, können sie in der Gruppe die Temperatur dauerhaft halten wie ein warmblütiges Tier. Diese Gemeinschaft
wird als Staat, Volk oder Familie bezeichnet und ist doch anders organisiert. Für sie hat sich der Begriff »Der Bien« etabliert.
Im 20. Jahrhundert wurde für die entwickelten Gemeinschaften der Ameisen und Bienen die Bezeichnung als Superorganismus eingeführt.
Die Bienengemeinschaft setzt sich aus einzelnen Organismen zusammen und stimmt deren Tätigkeiten vergleichbar einem Organismus über Signalstoffe ab.
Einzelbienen und spezialisierte Gruppen sind nur im Ganzen überlebensfähig. Genetisch sind die einzelnen Bienen allerdings kein Organismus.
Der Bienenhalter Johannes Mehring (1815–1878) verglich den Bien mit einem Wirbeltier. Als Beispiele: Die Königin ist das weibliche und die Drohnen
sind das männliche Geschlechtsorgan. Die Arbeitsbienen sind das Verdauungswerkzeug. Für ihn war das Ein-Wesen mehr als die Summe seiner Teile,
es war ein geschlossenes System aus Bienen, Waben und Vorräten.
Der Imker Ferdinand Gerstung (1860–1925) entwickelte auf den Vorstellungen Mehrings aufbauend den Begriff vom Organismus Bien. Dieser besteht
seiner Ansicht nach aus lauter Organen wie pflanzliche und tierische Organismen auch. Da die Organe des Biens nicht aus einem Ei stammen und
nicht wie bei anderen Organismen miteinander verwachsen sind, forderte er, die Definition des Organismusbegriffes zu erweitern. Ihm war klar,
dass der Begriff des Organismus nicht völlig auf den Bien passte, doch fand er keinen geeigneteren.
Quelle:
wikipedia.org/wiki/Bienenwabe
Meli Malisiova
Imkerei | Landwirtschaft
